Revox A77 – Vorstellung und technische Betrachtung eines Klassikers

Revox A77 Tonbandgerät nach dem Auspacken
Revox A77 Tonbandgerät nach dem Auspacken

Die Revox A77 gehört zu den bekanntesten Tonbandmaschinen, die vom Hersteller Studer für den ambitionierten Heim- und Semiprofi-Bereich entwickelt wurden. Als sie Ende der 1960er-Jahre auf den Markt kam, setzte sie Maßstäbe in Verarbeitung, Zuverlässigkeit und Klangqualität. Entsprechend fand sie nicht nur im privaten Bereich große Verbreitung, sondern wurde auch in Tonstudios sowie bei Rundfunkanstalten als Abhör- oder Mitschnittmaschine eingesetzt. Wenn das kein Beweis für die Qualität des Gerätes ist.

Auf dieser Seite stelle ich eine Revox A77 vor, die ich erhalten und die ich mir im Detail angesehen habe. Es handelt sich dabei um eine Ausführung für den 2-Spur-Betrieb; daneben existieren auch Varianten für 4-Spur-Aufnahmen. Im Folgenden gehe ich auf die jeweilige Version, den äußeren und inneren Aufbau sowie auf konstruktive und technische Besonderheiten dieses Gerätes ein.

Wie bei anderen Tonbandgeräten auf dieser Webseite steht dabei weniger eine allgemeine Beschreibung im Vordergrund, sondern der konkrete Blick auf das vorliegende Gerät: Zustand, Aufbau, Wartungsfreundlichkeit und die Frage, wie sich eine Revox A77 auch heute noch als Arbeitsgerät nutzen lässt. Das hier gezeigte Exemplar gehört zudem zu den wohnzimmertauglichen Ausführungen mit Holzgehäuse und silberner Bedienfront.

Revox A77 Aussteuerungsinstrumente und Regler

Eingänge und Aussteuerung der Revox A77

Der Ein-/Ausschalter der Revox A77 sitzt rechts auf der Frontplatte und übernimmt gleichzeitig die Wahl der Bandgeschwindigkeit. Mit einem Dreh lässt sich zwischen 9,5 und 19 cm/s umschalten, sodass Sie je nach Aufnahmezweck entweder höhere Spieldauer oder höchste Klangqualität wählen können. Direkt daneben befinden sich die beiden kompakten Aussteuerungsinstrumente, die für die A77 typisch sind: präzise, leicht ablesbar und mit einem angenehmen Ansprechverhalten, das eine saubere Pegelkontrolle ermöglicht.

Die darunter liegenden Aussteuerungsregler erlauben eine getrennte Einstellung der beiden Kanäle, sodass Sie Aufnahmen feinfühlig und jederzeit reproduzierbar einpegeln können. Ergänzt wird dieser Bereich durch den Eingangswahlschalter, über den Sie zwischen Line-, Radio-, Mic- oder speziellen Zuspielwegen wählen. Damit lässt sich die Maschine flexibel an jede Aufnahmesituation anpassen.

Die Hinterbandkontrolle ermöglicht dabei das direkte Abhören der Aufnahme, noch während diese läuft, wie Sie das auch von anderen Bandmaschinen wie der Philips N4506 kennen.

Laufwerkstasten und Regler an Revox-Bandmaschine

Auf der linken Seite der Front finden sich die elektronisch arbeitenden Laufwerktasten, die für Start, Stop, Wiedergabe, Aufnahmebereitschaft und Spulen zuständig sind. Die Tasten reagieren leichtgängig, schalten aber nicht mechanisch, sondern steuern das Laufwerk über die interne Logik. Das ist ein wichtiger Grund für die geschmeidige Bedienung der A77. Darunter liegen Lautstärke- und Klangregelung für die Kopfhörerwiedergabe, mit denen Sie unabhängig vom Ausgangspegel das Abhören anpassen können.

Unter dem Reglerknopf befindet sich der Umschalter für den Betriebsmodus, mit dem sich Stereo, die einzelnen Kanäle (CH1 oder CH2) oder eine gemischte Monowiedergabe wählen lassen. Daneben sitzt der Schalter zur Auswahl der Entzerrungsnorm: NAB für klassische Heim- und Studiobänder, IEC für europäische Aufnahmen oder INPUT, wenn Sie das Eingangssignal direkt kontrollieren möchten. Die praktischen Kopfhörer- und Mikrofoneingänge sind passend für Klinkenstecker im 6,3-mm-Format, die schnelle Aufnahmen oder spontane Abhörsituationen ermöglichen, ohne dass die Rückseite des Geräts zugänglich sein muss.

Revox-Bandmaschine mit Bandführungen und Zeigerinstrumenten

Bandführungen und Mechanik der Revox A77

Der rechte Teil des Bildes zeigt einen Teil der Bandführungen. Die Andruckrolle sowie Teile der Bandführung sind gut zu erkennen, darunter der Metallarm mit Andruckrolle, die für den Bandzug eine entscheidende Rolle spielt. Die Mechanik wirkt solide und präzise gefertigt, typische Revox-Qualität, bei der Aluminiumteile und fein abgestimmte Lager eng zusammenarbeiten. Rechts befindet sich der numerische Bandzähler mit seinem schwarzen Stellknopf, ebenfalls ein klassisches Merkmal der A77. Der untere Teil der Abdeckung für die Bandführungen lässt sich nach unten klappen, um die Köpfe und die Andruckrolle besser erreichen zu können. Der obere Teil der Abdeckung lässt sich wenn auch etwas schwer abziehen.

Revox A77 Tonköpfe und Bandführungen

Und so sieht es darunter aus. Gut zu sehen sind die beiden äußeren Umlenkrollen, die drei Köpfe (Lösch-, Aufnahme- und Wiedergabekopf, Capstan und Andruckrolle) sowie im linken Bereich die Lichtschranke, die bei Bandende oder Bandriss das Laufwerk stoppt.

Revox-Bandmaschine während eiener Aufnahme

Hier ist die Revox A77 bei einem ersten Probelauf zu sehen, und zwar während der Aufnahme eines Bandes. Die Aussteuerungsinstrumente zeigen den Eingangspegel an (hier in Stellung Aux). Im Unterschied zur 4-Spur-Technik nutzt die 2-Spur-Aufzeichnung deutlich mehr Bandbreite pro Kanal, was zu besserer Kanaltrennung, geringerem Rauschen und höherer Klangqualität führt. Allerdings ist das Band auch in einem Durchlauf in einer Richtung komplett bespielt. Dreht man es herum und spielt es dann ab, hört man die zuvor gemachte Aufnahme rückwärts und mit vertauschen Kanälen. Gerade für Musik- und hochwertige Stereoaufnahmen ist diese Ausführung ideal. Wer die Unterschiede zwischen beiden Varianten genauer verstehen möchte, findet eine ausführliche Erklärung im verlinkten Beitrag über 2-Spur und 4-Spur.

Zeigerinstrumente an einer A77 Tonbandmaschine von Revox bei der Aufnahme eines Bandes

Funktionen der Aussteuerungsinstrumente und Anzeige

Die VU-Meter der A77 arbeiten als klassische Aussteuerungsinstrumente, die nicht einzelne Spitzen anzeigen, sondern den mittleren Aufnahmepegel darstellen. Sie reagieren bewusst etwas träge, sodass Sie beim Einpegeln vor allem die durchschnittliche Modulation im Blick behalten.

Während der Wiedergabe zeigen die Instrumente die anliegenden Wiedergabepegel an (bei entsprechender Schalterstellung der darunterliegenden Wahlschalter), bei der Aufnahme hingegen den tatsächlich eingespeisten Eingangspegel. Genau jener Wert also, der auf das Band gelangt.

Bei der Beleuchtung gab es im Laufe der Modellreihen Unterschiede:

Frühe Ausführungen bleiben in Wiedergabe oder Pause noch dunkel (so auch bei diesem Gerät hier) und werden nur während einer aktiven Aufnahme beleuchtet, während bei den späteren Varianten die Skalen permanent beleuchtet wurden, sobald das Gerät eingeschaltet war.

Zusätzlich schalten sich bei Aufnahme kleine rote Kontrolllampen ein, die klar erkennbar anzeigen, welcher Kanal gerade aktiv aufgezeichnet wird. Diese Lampen dienen dazu anzuzeigen:

  • welcher Kanal für die Aufnahme scharf geschaltet ist, und
  • ob sich die Maschine tatsächlich im Aufnahmemodus befindet.

Sobald Sie den roten Aufnahmetaster eines Kanals drücken, leuchtet die entsprechende rote Kontrolllampe auf. Wenn Sie anschließend PLAY + REC starten, bleibt die Lampe während der eigentlichen Aufnahme an. Damit sehen Sie eindeutig, welcher Kanal gerade beschrieben wird.

Unterschiede bei den Ausführungen der Revox A77

Eine kleine Einschränkung gibt es aber (so auch bei meiner Revox A77, die hier gezeigt wird):
Bei älteren A77-Versionen (MK I / MK II) waren die VU-Meter selbst nur während der laufenden Aufnahme beleuchtet, bei späteren MK III/MK IV auch schon im Bereitschaftsmodus. Die roten REC-Lampen funktionieren jedoch als klare Anzeige für die aktivierte(n) Aufnahmespur(en).

Die Instrumente erfüllen damit gleich zwei Aufgaben: Sie erleichtern durch ihre Beleuchtung die Kontrolle der Pegel in jeder Betriebssituation und geben gleichzeitig präzise Rückmeldung darüber, wie stark das Signal tatsächlich ist. Das ist wichtig, um Übersteuerungen zu vermeiden und um die bestmögliche Aufnahmequalität zu erreichen. In der Abbildung sind sie während einer Probeaufnahme zu sehen.

Revox-Bandmaschine Gehäuse aus Holz, Rückseite

Die Rückseite der Revox A77 ist funktional gestaltet und bietet sämtliche Anschlüsse, die für Aufnahme, Wiedergabe und den Betrieb externer Geräte notwendig sind. Alle Buchsen sind in einer versenkten Anschlussleiste angeordnet und sauber beschriftet, sodass sie sowohl im stationären Einsatz als auch bei Servicearbeiten gut erreichbar bleiben. Die gesamte Rückseite wirkt aufgeräumt und übersichtlich, also typisch für die klare, technisch orientierte Gestaltung der A77. Unten befindet sich ein Lüftungsgitter. Um das Chassis aus dem Gehäuse entfernen zu können, müssen die vier Schrauben auf der Rückseite herausgedreht werden, außerdem notwendig ist noch etwas anderes.

Revox-Bandmaschine Gehäuse aus Holz, Griff, Oberseite und Anschlüsse

Der Blindstecker für die Kabelfernbedienung muss ebenfalls abgezogen werden. Von links nach rechts finden sich zunächst der Netzeingang, der die Stromversorgung der Maschine ermöglicht. Der hier verwendete Stecker ist heute etwas weniger gängig und wird als C9 (Abstand der Kontakte beträgt 10 Millimeter) bezeichnet.

Anschlüsse an der Revox A77

Daneben liegen die Ausgänge für Kanal I und Kanal II, gefolgt von den Eingängen für Radio sowie die Mikrofoneingänge beider Kanäle. Weiter rechts schließen sich die AUX-Eingänge an, über die sich Hochpegelgeräte wie CD-Player oder Mischpulte anschließen lassen. Danach folgen die Anschlüsse für externe Lautsprecher, die über die internen Endstufen der A77 betrieben werden können. Diese sind aber nicht in allen Geräten verbaut.

Am rechten Ende der Anschlussleiste befindet sich schließlich die Buchse für die kabelgebundene Fernbedienung, eine Funktion, die vor allem im professionellen Bereich geschätzt wurde. So bietet die Rückseite alle wichtigen Schnittstellen, um die A77 flexibel in verschiedenste Aufnahme- und Wiedergabeketten einzubinden.

Revox-Bandmaschine Gehäuse aus Holz, Rückseite mit Spannungs-Wahlschalter und Gerätesicherung

Auf der Rückseite der Revox A77 befindet sich zudem ein kleiner, aber wichtiger Umschalter zur Anpassung der Netzspannung, direkt neben dem dazugehörigen Sicherungshalter. Mit diesem Spannungswähler lässt sich die Maschine auf die lokal verfügbare Netzspannung einstellen – etwa 110, 130, 150, 220, 240 oder 250 Volt, je nach Ausführung. Diese Funktion war besonders in Zeiten nützlich, in denen Geräte häufig zwischen verschiedenen Ländern eingesetzt wurden. Der Sicherungshalter unmittelbar daneben schützt die Elektronik der A77 zuverlässig vor Überlast oder Kurzschluss. Er ist leicht zugänglich, sodass eine defekte Sicherung ohne großen Aufwand ersetzt werden kann.

Revox A77 Innenleben von hinten gesehen

Das Innenleben der A77 von Revox

Auf der Innenansicht der Revox A77 lässt sich sehr gut erkennen, wie durchdacht und servicefreundlich das Gerät aufgebaut ist. Ganz oben links und rechts sitzen die beiden kräftigen Wickelmotoren (rechts im Bild hinter dem Wahlschalter für die Eingangsspannung), die für das Vor- und Rückspulen sowie den Bandzug verantwortlich sind. Sie arbeiten unabhängig voneinander und werden über eine elektronische Logik angesteuert, die für einen sanften und kontrollierten Bandtransport sorgt.

In der oberen Mitte befindet sich der Netztransformator, der das Gerät mit den benötigten Spannungen versorgt und aufgrund seiner soliden Auslegung selbst nach Jahrzehnten meist noch zuverlässig arbeitet. Direkt rechts daneben liegen der Umschalter für die Netzspannung sowie der dazugehörige Sicherungshalter. Eine Möglichkeit, die es erlaubt, die Maschine an unterschiedliche Netzspannungen anzupassen und gleichzeitig die Versorgungselektronik zu schützen.

Links neben dem Trafo befindet sich die Netzteilplatine, welche auch die Steckplätze für die beiden Endstufenmodule enthält. Die Revox A77 ist modular aufgebaut, und viele ihrer Verstärker- und Steuersektionen sind als steckbare Karten ausgeführt, was nicht nur den Service erleichtert, sondern auch im professionellen Umfeld ein großer Vorteil war.

Antrieb und Gleichlauf

In der Mitte links sieht man den kräftigen Anzugmagneten der Andruckrolle. Dieser Elektromagnet sorgt dafür, dass die Andruckrolle beim Start an die Capstanwelle gezogen wird, um den Bandtransport einzuleiten. Rechts daneben sitzt der Capstanmotor, das Herzstück des Gleichlaufs. Dieser präzise geregelte Motor arbeitet zusammen mit einer Tachospule, die die Drehzahl überwacht und über die Motorsteuerplatine konstant hält. Das ist eine der Stärken der A77, die ihr den typischen ruhigen und sauberen Bandlauf verleiht.

Rechts neben dem Capstanmotor findet sich die Relaisplatine, über die die Laufwerksfunktionen wie Start, Stop und die Tastenlogik geschaltet werden. Auch hier zeigt sich der modulare Aufbau des Gerätes. Im unteren Bereich schließlich verläuft die große Grundplatine mit den Steckplätzen für die übrigen Funktionskarten. Hier befinden sich auch der Netzschalter und das komplette Bedienteil, über das alle zentralen Funktionen wie Aufnahme, Wiedergabe und Eingangsumschaltung erfolgen. Der Blick ins Innere der Revox-Bandmaschine zeigt sehr schön, wie klar gegliedert und logisch aufgebaut die A77 konstruiert ist. Und das ist auch ein wesentlicher Grund dafür, dass sich diese Maschine auch nach Jahrzehnten noch hervorragend warten und restaurieren lässt.

Revox A77 Detailansicht Innenleben

Auf dem Foto sieht man einen der beiden Wickelmotoren der Revox A77, daneben die Komponenten für die Netzversorgung. Im Vordergrund sitzen die Netzbuchse und der Sicherheitskontakt, der die Stromzufuhr kappt, sobald man das Chassis aus dem Gehäuse zieht.

Die Sicherheitsschaltung zur Unterbrechung der Spannungsversorgung

Die beiden Öffnungen dieses Kontakts schließen sich im normalen Betrieb über zwei getrennte Stifte im Gehäuse. Jeder Stift schaltet einen eigenen Pol der Netzleitung, sodass eine echte zweipolige Netztrennung entsteht, wenn die Maschine geöffnet ist.

Wichtig: Die beiden Kontaktöffnungen dürfen nicht miteinander überbrückt werden, denn das führt unweigerlich zu einem Kurzschluss. Die Kontakte müssen immer über die beiden Stifte im Gehäuse einzeln geschlossen werden. Unten rechts erkennt man zudem die Steckplätze für die optionalen Endstufenmodule, welche die A77 auf Wunsch um einen eigenen Leistungsverstärker erweitern. Die Lautsprecherbuchsen sind bereits eingebaut.

Revox Tonbandgerät A77 Detailansicht Innenleben

Auf der Abbildung sieht man den Netztransformator der Revox A77, der zentral im oberen Bereich des Geräts sitzt. Er versorgt die Maschine mit allen benötigten Betriebs­spannungen und gehört zu den robustesten Bauteilen der A77. Rechts daneben befindet sich der Spannungswahlschalter, über den man die Bandmaschine an unterschiedliche Netzspannungen anpasst. Direkt daneben sitzt die Gerätesicherung. Untenrechts zu sehen sind die Motorkondensatoren für die Maschine, die bei einer Revision oft gewechselt werden.

Capstanmotor in einer Revox-Bandmaschine

Der Capstanantrieb in der Revox

Der Capstanmotor der Revox A77 bildet das Herzstück des gesamten Bandtransports. Er sorgt dafür, dass das Tonband mit absolut gleichmäßiger Geschwindigkeit an den Tonköpfen vorbeiläuft. Das ist eine Grundvoraussetzung für saubere Wiedergabe und präzise Aufnahmen. Der Motor treibt die Capstanwelle direkt an, die wiederum zusammen mit der Andruckrolle das Band kontrolliert transportiert. Sobald die Aufnahme oder Wiedergabe startet, zieht der Anzugmagnet die Andruckrolle an die Capstanwelle heran, und der Motor übernimmt den Bandtransport. Der rechte Wickelmotor arbeitet in dem Moment nur als Zugmotor.

Bei der A77 arbeitet der Capstanmotor nicht einfach mit fester Netzfrequenz, sondern mit einer geregelten Elektronik, die seine Drehzahl überwacht und konstant hält. Eine Tachospule im Motor erzeugt ein Messsignal, das die Elektronik auswertet und bei Abweichungen sofort nachregelt. Dadurch erreicht die A77 ihren sehr guten Gleichlauf, der lange Zeit ein Markenzeichen von Revox war. Unabhängig von Bandzug, Bandsorte oder Wickelzustand läuft das Band stabil, ohne hörbare Schwankungen.

Elektromagnet für die Andruckrolle in einer Revox-Bandmaschine

Hier ist der Zugmagnet für die Andruckrolle zu sehen. Er wird durch die Laufwerkssteuerung angesteuert. Gut zu sehen ist die Schutzdiode direkt an den Anschlüssen des Magnets.

Relaisplatine in einer Revox-Bandmaschine (A77)

Dies ist die Schaltlogik mit den drei Relais, über welche die Laufwerksfunktionen gesteuert werden. Auch die Ansteuerung der Zugmagnete für die Andruckrolle und die Spulenbremsen erfolgt über diese Platine. Der lichtempfindliche Widerstand (LDR, mehr Infos dazu im verlinkten Beitrag) ist ebenfalls hier angeschlossen, der bei Bandende oder Bandriss für eine Abschaltung des Bandtransportes sorgt.

Hauptplatine mit Steckmodulen in einer Revox-Bandmaschine (A77)

Modultechnik in der Revox A77

Sehr praktisch ist die Möglichkeit, die einzelnen Module für die Aufnahme- und Wiedergabeverstärker auszubauen. Das erleichter das Auswechseln einzelner Bauteile oder den (versuchsweisen) Tausch einzelner Module bei der Fehlerdiagnose. Die im Bild zu sehenden Module (von links nach rechts) sind Aufnahmeverstärker Kanal I, Aufnahme-Relais, Löschoszillator, Aufnahmeverstärker Kanal II, Wiedergabeverstärker Kanal II und Wiedergabeverstärker Kanal I. Die Platine für den Eingangsvorverstärker ganz links ist hier nicht zu sehen. Dieses Modul sehen Sie in der folgenden Abbildung.

Hauptplatine mit Steckmodulen in einer Revox A77

Der Vorverstärker für die Eingänge befindet sich zwischen den Reglern für die Eingangspegel. Links im Bild gut zu sehen ist die Abschirmung für den Hauptschalter zum Einstellen der Laufwerksgeschwindigkeit und zum Ein- und Ausschalten der Revox A77.

Detailansicht einer Revox-Bandmaschine

Die beiden Frontabdeckungen oben und unten sind teils angeschraubt, teils gesteckt. Die jeweils zwei Schrauben für den oberen und unteren Teil befinden sich ungefähr auf Höhe der Bandführungen links und rechts außen und sind gut zugänglich, wenn die Abdeckung für die Bandführungen heruntergeklappt ist.

Detailansicht einer Revox-Bandmaschine

Hier sind die Anschlüsse gut zu sehen. Auf den Wickelmotoren sind einige Angaben zu sehen, unter anderem auch Angaben zum Herstellungsdatum. Um die Motoren auszubauen, muss die Anschlussleiste durch Herausdrehen zweier Kreuzschlitzschrauben gelöst und etwas nach oben gelegt werden. Zum Ausbau der Wickelmotoren mehr weiter unten.

Chassis einer A77 Bandmaschine von Revox

Hier ist das Gerätechassis mit abgenommener oberer Abdeckung zu sehen. Bereits jetzt ist ein großer Teil des Laufwerks gut zugänglich. Aber auch die untere Abdeckung lässt sich relativ leicht ausbauen. Hierfür sind die Knöpfe für die Wahlschalter und Regler sowie für den Hauptschalter abzuziehen.

Detailansicht einer Revox-Bandmaschine A77

Auch die untere Abdeckung ist teilweise nur gesteckt, hier im unteren Bereich.

Detailansicht einer Revox-Bandmaschine

So sieht das Ganze Chassis der Revox A77 dann ausgebaut aus. Nun sind fast alle Gerätekomponenten schon gut zugänglich.

Detailansicht einer Revox-Bandmaschine

Mehr zur Technik der Revox A77

Die Laufwerkstasten betätigen nur elektrische Kontakte und sind keine mechanischen Tasten im eigentlichen Sinne. Über den Laufwerkstasten zu sehen sind zwei weitere Knöpfe. Der eine davon schaltet bei vorhandenen Endstufen die Lautsprecherausgänge ab, der rote Knopf dient zum Ausschalten der beiden Wickelmotoren für die Spulen.

Chassis einer Revox-Bandmaschine

Unten links zu sehen sind die Anschlussbuchsen für Kopfhörer (links) und zwei Mikrofone. Ebenfalls gut zu sehen sind die beiden VU-Meter, die laut verschiedenen Quellen im Internet sehr empfindlich sein sollen. Diese Exemplare hier funktionieren glücklicherweise einwandfrei. Ersatz ist zwar zu bekommen, aber nicht gerade preisgünstig. Es gibt sogar LED-Umbauten, bei denen die Pegelanzeige mithilfe von LED-Zeilen erfolgt.

Teilansicht Chassis einer Revox-A77 Bandmaschine

Das mechanische Bandzählwerk wird als einzige Komponente über einen Antriebsriemen in Bewegung versetzt. Dafür besitzt es gleich zwei davon, einen Keilriemen und einen Zahnriemen (direkt am Bandzählwerk zu sehen).

Tonköpfe in einer Revox-Bandmaschine

Die Tonköpfe dürften wohl zu den wertvollsten und teuersten Bauteilen der Revox A77 gehören. Wenn diese kaputtgehen, ist guter Rat (oder besser Ersatz) teuer. Ich habe schon von Preisen im dreistelligen Eurobereich gehört, und das scheint nicht übertrieben zu sein. Glücklicherweise sind diese Exemplare hier noch in einem sehr guten Zustand, was bei Bandmaschinen dieser Art keine Selbstverständlichkeit ist.

Antriebsriemen in einer Revox-Bandmaschine

Weitere Ansichten der Bandmaschine

Eine Detailaufnahme mit Antriebsriemen für das Bandzählwerk und dem Bremsenmechanismus für die Wickelmotoren.

Andruckrolle mit bandabrieb und Capstan in einer Revox-Bandmaschine

Andruckrolle und Capstan zeigen den üblichen Bandabrieb, der auf so gut wie allen gebrauchten Bandmaschinen beziehungsweise Tonbandgeräten zu finden sein dürfte. Aber das lässt sich mit etwas Geduld und Isopropanolalkohol wieder reinigen.

Aufkleber in einer Revox A77 Bandmaschine

Dies ist offenbar ein Serviceaufkleber, der im Jahre 1984 auf dem Gerät während einer Überprüfung und/oder Justage angebracht wurde.

Löschkopf und Lichtschranke in einer Revox-Bandmaschine

Eine Detailaufnahme mit Löschkopf und Lichtschranke für die Bandendabschaltung und Abschaltung des Laufwerks bei Bandriss.

Stecker für Fernbedienung an einer Revox-Bandmaschine

Ohne diesen Stecker lässt sich das Laufwerk nicht starten beziehungsweise bleibt nicht eingeschaltet. Er muss vor dem Ausbau des Gerätechassis unbedingt abgezogen werden.

Stecker für Stromunterbrechung in einer Revox-Bandmaschine

Dies ist der Steckkontakt im Gerätegehäuse, der die Stromzufuhr für das gesamte Tonbandgerät im Gehäuse herstellt und es außer Betrieb setzt, wenn es aus dem Gehäuse entfernt wurde. Wichtig ist, dass die beiden Stifte miteinander keine Verbindung haben dürfen.

Anschlussbuchse für Stromunterbrechung in einer Revox A77 Bandmaschine

Dies ist das Gegenstück im Gerätechassis, das bereits weiter oben näher beschrieben wurde.

Zerlegter Capstanmotor in einer Revox-Bandmaschine

Hier ist der Capstanmotor zu sehen, bei dem der Außenläufer ausgebaut wurde. Es handelt sich hierbei um einen elektronisch gesteuerten Motor mit drei Wicklungen, mit deren Hilfe ein Drehfeld erzeugt und damit der Läufer in Bewegung versetzt wird, der vorne rechts im Bild zu sehen ist. Dieser lässt sich nach Entfernen einer mechanischen Sicherung (zu sehen in der nächsten Abbildung) abnehmen. Dahinter kommt auch eines der beiden Lager zum Vorschein.

Zerlegter Capstanmotor in einer Revox-Bandmaschine

Nach dem Ausbau des Läufers und dem Entfernen eines Sicherungsringes lässt sich auch die Capstanwelle aus dem Antrieb herausziehen. Wichtig ist hierbei, dass die Welle keinesfalls beschädigt wird. Es handelt sich um ein sehr präzise hergestelltes Bauteil, das nur sehr geringe Messtoleranzen hat und dementsprechend vorsichtig behandelt werde sollte. Außerdem dürfen keine Staub- und Schmutzpartikel in die Motorlager gelangen.

Das Motorlager in der Größe 608 hat geringes Lagerspiel, worauf beim Austausch zu achten ist. Das zweite Lager befindet sich weniger gut zugänglich im vorderen Bereich. Es handelt sich dort um ein Sinter-Bronze-Lager, das im Motor verbleiben sollte. Im Falle ines Defekts dieses Lagers ist wahrscheinlich ein Austausch des Motors notwendig, da hierfür kaum ein Ersatzlager zu bekommen sein dürfte.

Detailansicht Wickelmotor in einer Revox-Bandmaschine

Dies ist einer der beiden Wickelmotoren mit bereits demontierter Spulenaufnahme. Darunter zum Vorschein kommt eine Sechskantschraube, die vor dem Motorausbau zu entfernen ist, damit sich die Aufnahme für die Spulenhalterung abnehmen lässt.

Detailansicht Wickelmotor in einer Revox-Bandmaschine

So sieht es darunter aus. Wichtig: Unter der Aufnahme befinden sich ein paar Distanzringe, die beim Zusammenbau unbedingt in der richtigen Reihenfolge wieder einzusetzen sind.

Detailansicht Wickelmotor in einer Revox-Bandmaschine

Dies ist der ausgebaute Wickelmotor. Zum Ausbau und für den Wechsel der Kugellager (ebenfalls in Größe 608) sind mehrere Sicherungsringe zu entferne, was nicht immer so einfach geht. Dabei ist darauf zu achten, dass diese Sicherungsringe nicht zu sehr verbogen werden sollten.

Zerlegter Wickelmotor in einer Revox-Bandmaschine

So sieht der Motor im auseinandergebauten Zustand aus. Die Lager lassen sich von den Motorwellen abziehen und dann auswechseln. Passenden Ersatz gibt auch relativ preiswert im Internet, das es sich hierbei um Standardbauteile handelt, die auch heute noch in großen Mengen hergestellt werden.

Revox A77 bei einem Probelauf

Die 2-Spur-Version der Revox A77 mit 9,5 und 19 cm/s, wie dieses Gerät hier, ist eine der besonders klangstarken Ausführungen. Durch die breitere Spur und die praxisgerechten Geschwindigkeiten bietet diese Variante einen hohen Signal-Rausch-Abstand, saubere Kanaltrennung und ein dynamisches Klangbild, das vielen heutigen Nutzern erst wieder bewusst macht, wie gut analoge Bandtechnik tatsächlich klingen kann. Gerade die Kombination aus 2-Spur-Layout und 19 cm/s gilt als ideal für Heim- und Semiprofibetrieb: Sie bietet eine hohe Klangtreue, guten Gleichlauf und Bandökonomie in sinnvoller Balance.

Die A77 ist ein Stück Ingenieurskunst aus einer Zeit, in der Geräte noch für Jahrzehnte gebaut wurden. Wer sich heute näher mit ihr beschäftigt, entdeckt feinste Mechanik und wohl überlegte Elektronik. Sie bietet auch viel Freude an einer Technik, die handwerklich zugänglich ist und ein ganz eigenes analoges Erlebnis bietet. Genau deshalb lohnt sich eine sorgfältige Revision, und genau hier setzt auch dieser Beitrag an.

Revox A77 bei einem Probelauf (in einer Langzeitbelichtung)

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